Gepäckminimalismus und Packliste

Wohin mit all dem Gepäck? Aus Anfängerperspektive vielleicht kein ganz triviales Thema. Ich lese immer ganz gerne was (und vor allem wie) andere so mitnehmen. Viel wichtiger: was daheim bleibt. Zwei Urlaube in Italien dienten mir als „Shakedown-Trip“ für eine neue Herangehensweise, was das Gepäck angeht. Denn auch bei Reisen mit dem Auto war jede Tasche weniger etwas, um das ich mir keine Gedanken machen musste. Außer vielleicht, wie viele Unterhosen bis zum nächsten Waschgang übrig waren…

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Gepäck für zwei Wochen

Eine für mich gewohnte Herangehensweise beim Packen und Verstauen ist ein Schichten- (oder Layer) System, das auch beim Militär gebräuchlich ist. War ja nicht alles schlecht. Das Überlebenswichtige ist dabei immer in den Hosentaschen, wichtige Ausrüstung am Körper und alles „luxuriöse“ im Rucksack. Für Motorradreisen übersetzt bedeutet das:

  • Jacken- und Hosentaschen: Geldbeutel, Telefon, Schlüssel, Ausweise und Fahrzeugpapiere immer dabei
  • (Tank-)Rucksack: Karte, Navigation, Kamera, Sonnenbrille, Wörterbuch, Ladekabel, Multitool kann beim Einkaufen / Einchecken / Café mitgenommen werden
  • Gepäckrolle und / oder Satteltaschen: Campingausrüstung, Ersatzklamotten, Kulturbeutel, Werkzeugrolle, Regenzeug kann tagsüber am Motorrad bleiben, Diebstahl wäre blöd aber verschmerzbar

Koffer aus Kunststoff oder Alu bieten natürlich deutlich mehr Sicherheit, konnten mich durch das hohe Eigengewicht und die hohen Anschaffungskosten bis jetzt nicht überzeugen. Bei Offroad-Reisen sind weiche Taschen bei Stürzen zudem deutlich schonender, sowohl zum Heckrahmen als auch zu den Beinen des Piloten. Abschließbare Gepäcknetze sollen die Sicherheit etwas erhöhen. Wer allerdings wirklich an die mitunter dreckige Unterwäsche will, wird das auch so hinbekommen. Ich hoffe einfach, dass das verzurrte Gepäck uninteressant genug aussieht und lasse es höchstens tagsüber am Motorrad. Ohne ein bisschen Vertrauen geht es halt nicht. Das nur am Rande…

Meine komplette Pack- und Checkliste sieht aktuell wie folgt aus:

  • Helm, Halstuch, Ohrenstöpsel
  • Motorradjacke und -hose:
    • Schlüssel, Geld, Ausweis, Telefon, Multitool, Sonnenbrille, Uhr
  • Funktionsunterwäsche
  • Protektorenweste
  • Handschuhe und Unterziehhandschuhe, evtl. luftige Ersatzhandschuhe
  • Trinkrucksack (bei geländelastigem Urlaub)
  • Tankrucksack
    • Kamera, Karten, Navi, Kompass,
    • Wörterbuch, Notizblock oder Kalender
    • Schloss
  • Kleine Hecktasche oder Seitentasche

    • Regenjacke und -hose
    • Erste-Hilfe-Set
  • Unter der Sitzbank
    • Luftpumpe
    • Warnweste
  • Gepäckrolle
    • 3+1 Unterhosen, 3+1 Paar Socken, 2+1 T-Shirts (+1 = das, was man trägt)
    • Jeans, Badehose, Mütze
    • 1 Paar bequeme, flache Schuhe
    • Werkzeugrolle mit erweitertem Bordwerkzeug (für Verkleidung, Luftfilter, Räder ausbauen, Reifenflickzeug, Kette spannen usw.)
    • Kettenspray
    • Kulturbeutel mit Zahnputzzeug, Handtuch, Duschzeug, kleine Reiseapotheke
    • Handwaschmittel, Sonnencreme
    • Softshelljacke
    • Mehrfachstecker, Adapter, Ladekabel für Telefon und MP3 Player, Kopfhörer
    • Ggf. Laptop USB-Stick (auch zum Sichern der Fotos), Schreibzeug
    • Ggf. Bücher
    • Umhängetasche (während der Fahrt bietet sie dem Laptop Platz)
    • Stativ
  • Satteltaschen (fürs Zelteln)
    • Isomatte
    • Schlafsack
    • Solo-Zelt
    • Campingkocher, Bialetti, Geschirr
    • Essen für den ersten Abend
    • Stirnlampe
  • Kleinigkeiten, die das Leben einfacher machen:
    • kleine Notfallration (Müsliriegel o.ä.)
    • Kugelschreiber und Bleistift
    • leere Plastiktüte (für Dreckwäsche)
    • Spanngurte
    • USB-Adapter für Bordsteckdose
    • … mehr fällt mir bestimmt noch ein
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Well…

Vermisst habe ich mit dieser Zusammenstellung wirklich nichts. Bei einem Camping-Urlaub sieht die Sache natürlich nochmal anders aus. Doch im Gegensatz zu früheren Urlauben war nichts dabei, was ich umsonst mitgeschleppt habe. Das Auspacken war schnell erledigt, gekrönt wurde die Urlaubsnachbereitung nur noch vom sensationell kleinen Wäscheberg.

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