Long Way Round

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Boorman’s 1150 GSA (© Phil Guest / Wikipedia CC BY-SA 2.0*)

„The long way round, east“ ist sicherlich eine der bekanntesten Motorradreise-Serien. Die gut 420 Minuten Filmmaterial polarisieren bis heute, sind regelmäßig Gegenstand zahlreicher Diskussionen in Motorradforen und haben schon so manchen Späteinsteiger in die Fahrschule geführt.

Worum gehts?

Die Schauspieler und Freunde Charley Boorman und Ewan McGregor planten 2003 eine Motorradtour, die eigentlich nach Spanien gehen sollte. Daraus entstand dann Stück für Stück die Idee, mit dem Motorrad von London nach New York zu fahren. Um sich die Reise in Erinnerung zu halten, wollten sie das Ganze auch filmen. So enstand aus der Motorradtour ein umfangreiches Projekt, das als DVD und Buch aufbereitet wurde.

Nach monatelanger Vorbereitung begann die Reise im April 2004 auf zwei BMW R1150GS Adventures. Vom Workshop in der 25 Bulwer Street ausgehend fuhren die beiden über Belgien und Deutschland nach Tschechien, über die Slowakei, Ukraine, Kasachstan nach Russland, in die Mongolei und schließlich in die USA respektive Kanada. Nach 31 000 km und dreimonatiger Reise erreichten sie New York im Juni 2004.

Begleitet wurden sie dabei von Kameramann Claudio auf der dritten GS, viele andere Aufnahmen wurden durch Helm- und Motorradkameras realisiert. Auch die Produzenten Russ und David nahmen an der Reise in zwei Mitsubishis teil, um sich an Grenzübergängen und anderen Wegpunkten zu treffen. Neben den Reiseerlebnissen bietet das Filmmaterial teilweise komplett neue Blickwinkel auf Länder, die man vorher höchstens nach Faktenlage kannte. Spätestens beim Zelt aufschlagen in der kasachischen Steppe bekommt dann auch der letzte Stubenhocker Lust aufs Reisen. Abgerundet wird die Dokumentation durch viele Erlebnisse abseits des Sattels. Charley und Ewan besichtigen unter anderem eine Mine in der Ostukraine, lernen mongolische Bräuche kennen, besuchen UNICEF-Einrichtungen und schmuggeln sich an Bord eines sibirischen Zugs, bevor sie dann auf einer eingestürzten Holzbrücke stehen und unter ihnen nur das reißende Schmelzwasser des Winters vorbeirauscht.

Fazit

Meiner Meinung ist Long Way Round eine sehr sehenswerte Reisedoku, die mir auch bei der dritten Wiederholung nicht langweilig wurde. Die Kritik an der Produktion, die hauptsächlich auf die Begleitfahrzeuge und das Sponsoring abzielt, kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Das Projekt und die Entstehung werden relativ transparent gezeigt, der Rest ist nunmal Marketing. Als Globetrotter-before-it-was-cool kann man sich natürlich auch daran aufhängen. Wer sich ein eigenes Bild davon machen möchte, sollte das in Verbindung mit dem englischsprachigen Buch machen. Beides gibt es mittlerweile gebraucht für wenig Geld.

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Der ehemalige Workshop in der Bulwer Street, aufgenommen im Juni 2015

Bezugsquellen (u.a.):
– Rebuy
– Amazon

*Quelle:
Phil Guest für Wikipedia / Flickr / CC BY-SA 2.0 (https://de.wikipedia.org/wiki/Long_Way_Round#/media/File:BMW_R1150GS_Charley_Boorman_Long_Way_Round.jpg)