Gepäckrolle Deluxe: TT Adventure Rack-Pack

Vieles soll ja heutzutage auf dem Zenit der Entwicklung sein, mit wenig Rest-Potenzial für Verbesserungen. Da denkt man schnell an Verbrennungsmotoren und Spiegelreflexkameras, aber mir kam dieser Gedanke bei meiner jüngst geshoppten Packtasche von Touratech.

Platz für alles, was man so braucht. Und mehr

Schon meine bisher genutzte Gepäckrolle von Oxford war unter pragmatischen Gesichtspunkten relativ dekadent. 30 Liter für 80 englische Pfund. Da ist die klassische Gepäckrolle mit simplem Rollverschluss am Ende nach wie vor unschlagbar, wenn es um möglichst viel Volumen pro Euro geht. Polo bietet zum Beispiel 60 Liter für knappe zehn Euro an. Für den Preis meiner jetzt gekauften Packtasche hätte ich ebenfalls sieben Packsäcke (eigentlich 7,7) kaufen können, womit ich dann mit dem Volumen eines Kleinwagenkofferraums gleichziehen könnte. Ok. Was mir aber an der Oxford-Tasche und nun auch bei der Touratech (bzw. Ortlieb) Packtasche gefällt, ist die größere Flexibilität. Durch die Öffnung über die gesamte Breite ist das Ein-, Auspacken und Auffinden einfacher. Die abgeflachte Form gefällt Laptops und Dokumenten besser und auch hier hält ein Rollverschluss alles trocken und staubfrei. So weit, so bekannt. Mit ihren abnehmbaren Schultergurten und integrierten Tragegriffen oder -gurten sind Packtaschen jedoch auch ohne Motorrad nutzbar. Zum Beispiel als kleiner Seesack für Reisen oder als Sporttasche.

International verständliche, aufs Nötigste reduzierte Bedienungsanleitung

Mit besagter Oxford-Rolle war ich eigentlich zufrieden. In den ersten Tagen meines letzten Urlaubs fuhr ich aber oft meinem Papa und damit seiner Touratech-Rolle hinterher. Ich selbst hatte mich auf der Tour für meine Satteltaschen entschieden, vor allem da ich meinen Laptop und die Kameraausrüstung dabei hatte. Trotzdem war ich von der overengineerten Ausstrahlung der schwarz-beigen Rolle angetan. Passiert mir leider öfters. Aber Schönheit allein ist (sinngemäß zitiert) in Deutschland kein ausreichender Grund für eine Neuanschaffung. Ich suchte also konzeptionelle Vorteile und fand sie vor allem im wasserdichten Außenmaterial.

Immer noch die sportlichste Art, sein Gepäck zu transportieren

Das Touratech-Tascherl ist innen wie außen identisch und besteht aus einem robusten Kunststoffmix. Das lässt sich dann sogar, wie bei Enduristan (und O-Bags, wie man so hört) einfach auswischen. Bei der Oxford-Tasche ist aus Stylegründen eine wasserdichte Schicht im Inneren eingeklettet. Die hat bis dato auch immer dicht gehalten, auch wenn der Außenstoff vollgesogen war. Egal, gekauft, Konjunktur angekurbelt. Letzte Herausforderung war die Wahl der richtigen Größe, sie ist nämlich mit 31, 49 oder 89 Litern erhältlich. Die 49 Liter schienen ein guter Kompromiss zu sein, die Entscheidung fiel dann aber auf die kleine Variante. Die trägt nämlich selbst quer nicht auf und bietet mir genug Platz. Als Referenz dienten mir die 30 Liter der Oxford-Tasche. Jedesmal, wenn es beim Packen eng zuging, wurde im Laufe des Urlaubs klar, dass ich immer noch zu viel dabei hatte.

Mit der Tasche auf Dienstreise in Frankreich (Foto: Thorsten Dentges)

Dass die Tasche ihre Kernkompetenz (Inhalt trocken von A nach B transportieren) beherrscht, ist anzunehmen. Was mir aber nach einigen Wochen der Benutzung immer noch gefällt, sind die Details. Der schlanke und abnehmbare Schultergurt, der Rollverschluss, der links und rechts befestigt wird. Mit robust wirkenden Steckschnallen, die wiederrum in der Länge verstellbar sind, genauso wie die beiden quer zum Rollverschluss laufenden Gurte, die ebenfalls mit Steckschnallen verbunden werden. Dazu kommen noch die an der Tasche befestigten Ösen, die für Spanngurte und das Verzurren am Motorradheck gedacht sind. Siehe Anleitung oben. Das sind Kleinigkeiten, die in Summe aber einfach noch besser funktionieren als beispielsweise bei meiner alten Tasche. Ob einem das jetzt den x-fachen Aufpreis gegenüber normalen Packsäcken wert ist, muss jeder selber wissen. Mein erster Polo-Packsack, 2014 gekauft, hatte jedenfalls schon nach ein paar Touren ein Loch. Da traue ich Ortlieb schon deutlich mehr zu. Ich bin mir sicher, dass ich damit jetzt für die nächsten Jahre und vielleicht Jahrzehnte gut ausgestattet bin.

Passt farblich immer halbwegs, hier nochmal auf der MOTORRAD Dauertest-GS

2 Gedanken zu “Gepäckrolle Deluxe: TT Adventure Rack-Pack

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