Logbuch # 1 / 2021

Just duke it

Ein Motorrad im Laderaum symbolisiert entweder Vorfreude oder ein Problem. In diesem Fall beides!

Der Wecker reißt mich um kurz vor 7 aus dem Schlaf. Ich bin sofort hellwach, wie immer, wenn ich wirklich aufstehen muss. Nach dem Kaffee mache ich mich schnell fertig, nach Corona-Maßstäben gemessen wird es ein relativ langer Tag werden. Mangels triftiger Gründe muss ich andererseits in 12,5 Stunden wieder daheim sein. Um das alles etwas zu entspannen, habe ich den Miettransporter gestern Abend noch schnell von 9:30 auf 8:30 umgebucht. Ich erwische eine S-Bahn früher und stehe bereits um 8:07 im Mini-Büro der Autovermietung mit drei Schaltern. Dort lasse ich mir immerhin nur eine von x Zusatzversicherungen aufschwatzen. Um 8:21 sitze ich im Cockpit des Transit-Transporters und hole meinen Bruder ab und werfe Spanngurte und ein Paar Handschuhe in den Frachtraum. Dass ich ein kostenloses Upgrade auf den großen Ford Transit erfahren habe freut mich wirklich, denn bis zuletzt war ich mir unsicher, ob der kleinere Transporter wirklich ausreicht. Hätte er vermutlich, aber egal. Nach entspannter Autobahnfahrt und weiteren Zwischenstopps in Freising sehe ich zum ersten Mal seit Jahren mehr von der Duke als nur Teile der Felgen und Reifen.

Duke by KTM – klingt wie ein Parfüm

Die letzten zehn Jahre verbrachte die KTM im tiefen Winterschlaf, wobei sie sogar einen Umzug und ein Drama um eine abgelaufene TÜV-Plakette verpasst hat. Jetzt machen wir das, was mein Bruder schon vor rund fünf Jahren vorgeschlagen hat: Das Motorrad Stück für Stück herrichten, aufbereiten und wieder fahrtüchtig machen. Dabei kann ich hoffentlich auch das ein oder andere dazulernen. Ganz ohne den Stress, den ein Motorrad üblicherweise verursacht, wenn es die Garage nicht mehr aus eigener Kraft verlassen kann. Dass die Duke (Third Edition, 1996) dabei nicht umgebaut wird, versteht sich beim Seltenheitswert der ersten Straßen-KTM von selbst. Rahmen, Motor und viele weitere Teile stammen jedoch von den Enduros ab. Für alles, was das Benutzerhandbuch (heutige Bordliteratur ist ein Witz dagegen) nicht erwähnt, hilft dann die orange-weiße Reparaturanleitung für die KTM LC-4 Modelle, die ich mir in der festen Absicht irgendwann eine 640 Adventure zu kaufen schon mal „vorab“ besorgt habe. Alles Weitere zur Duke werde ich künftig in eigenen Beiträgen posten. Das Prospekt macht aufjedenfall schon richtig Lust aufs Fahren…

Hab hoffentlich noch mehr als 5,2 Jahre zum Duke fahren. Just Duke it Oida!

Produkt-auf-dem-Moped-Platzierung

Eines meiner Weihnachtsgeschenke an mich selbst war eine neue Hecktasche. Die kommt von der hierzulande eher unbekannten Marke Kappa, die nichts mit dem Modelabel zu tun hat aber mit der (in Motorradkreisen) wesentlich bekannteren Marke Givi zusammenhängt. Sie wurde mir im G650X-Forum empfohlen, als ich dort den Touratech-Gepäckträger meiner XChallenge gegen die kleinere Variante des selben Herstellers getauscht habe. Die gefiel mir damals schon besser, die integrierten Haltegriffe sprachen jedoch für die große Variante. Daneben erhielt die 650er mal wieder frische Bremsflüssigkeit und einen Gabelservice, hoffentlich mit mächtigem Placeboeffekt.

Was ich mir noch bei dieser Gelegenheit erlaubt habe, war ein neues Navi. Das wird sicherlich noch gebührend Erwähnung finden, sobald ich etwas damit gefahren bin. Meine Einträge während der Italien- und Griechenlandreise lesen sich vielleicht anders, aber ich bin nach wie vor ein großer Verfechter „richtiger“ Motorrad-Navis. Auch wenn ich kein Unboxing beschreibe und keine Herstellerinfos runterschreiben will, wird das Zumo XT sicherlich in die nächsten Reiseberichte einfließen. Gute und weniger gute Testberichte darüber gibt es ja mehr als genug. Die Verkabelung und Integration ins Cockpit der GS gingen zumindest schon mal einfach von der Hand. Weil ich das Navi gerne auf beiden Motorrädern ohne Akku betreiben möchte, habe ich mir noch ein zweites Anschluss-Set gekauft. Besonders gespannt bin ich auf die adventuröse Routingfunktion des Garmin. Aber auch der helle und sehr große Touchscreen, das geringe Gewicht und der Funktionsumfang lassen mein altes 550er Zumo echt alt aussehen… P.S. Danke auch an den Garmin-Kundenservice, die mir nicht nur die benötigte sondern gleich zwei Ersatzmuttern samt Ersatzbügel für die Montage geschickt haben. Kostenlos. Ich möchte nicht noch mehr dafür werben, aber sowas darf man auch mal erwähnen.

Das große Display kaschiert die zweckmäßige RAM-Mount-Halterung

Ziel eingeben

Da ich die Winter noch nie zur Tourenplanung genutzt habe, geht mir es nichtmal ab, dass man im Moment nichts planen kann. Ich habe letztes Jahr genug schöne Ecken er“fahren“ (z. B. die Region Doubs oder das Elsass) dürfen und hoffe, das ein oder andere auch 2021 über eine Dienstreise entdecken zu können. Bei den privaten Favoriten ist jedoch definitiv Tschechien noch weiter nach oben gerückt, wo ich schon ab und zu war, aber bisher nur einmal kurz mit dem Motorrad. Dass ich jetzt noch 2,5 Stunden weiter westlich als damals wohne, macht es leider nicht einfacher. Auch würde ich sehr gerne mal einen Teil des Trans Euro Trail fahren, am besten in Italien. Oder nach Schottland. Oder Schweden. Rumänien. Balkan nachholen. So oder so, irgendwas wird im Sommer schon möglich sein. Und wenn der Reiseverkehr komplett eingestellt werden sollte, wird die Duke vielleicht etwas schneller fahrfertig. Just duke it?

In Karten blättern macht einfach mehr Lust aufs Reisen als Google Maps…

Ein Gedanke zu “Logbuch # 1 / 2021

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