Zwischenbilanz: BMW GS Carbon Helm

Zeit für ein kleines Fazit. Nach zwei Jahren und mittlerweile einigen Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Helmen kann ich etwas qualifizierteren Senf dazugeben. Das Wichtigste vorab: Ich werde den Helm auch noch ein paar Jahre benutzen.

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Mit Preisen ab 530 Euro ist der BMW GS Helm kein Schnäppchen. Umso spannender ist die Frage, ob er den namensgebenden Spagat aus Gelände und Straße beherrscht. Nach meiner Meinung ja. Auch und gerade im Vergleich zum Vorgänger, dem BMW Enduro Helm. Bis auf die Helmschale aus Carbonfaser bietet der Helm keine exklusiven Materialien wie etwa Koroyd oder die Anti-Rotationskraft-Schicht MIPS, die ja langsam aber sicher in immer mehr Helmmodellen verbaut werden. Konnte man wohl letztens im MOTORRAD lesen… Auch eine Sonnenblende ist nicht integriert, ich bin aber ohnehin kein Fan davon. Darüber hinaus bekommt man allerdings viel in die Box gelegt. Unter anderem zwei Windabweiser für das Kinn, die einfach eingeclippst werden. Die Visiere (ein getöntes ist verfügbar) sind mit Pinlock ausgerüstet und quasi beschlagfrei. Auch das sehr große Sichtfeld, das ich schon am Vorgängermodell mochte, ist eines der größten Vorteile des Helms. Es lässt sich aber auch komplett entfernen und durch eine Crossbrille ersetzen. Für derartige Einsätze kann auch die Lüftungsöffnung vorm Kinn und etwaig verbaute Windabweiser entfernt werden. Damit ausgestattet fühlt man sich sowohl im Hochsommer im Gelände als auch im Kilometermachen im Dauerregen bei einstelligen Temperaturen wohl.

Zwei Jahre zeigen jedoch auch, dass BMW bzw. der eigentliche Hersteller nur mit Wasser kocht. Der gefällige Schirm kann sich durch die Turbulenzen schon mal etwas lockern, was aber mit so gut wie jeder Münze behebbar ist. Unverzeihlicher finde ich da schon dass die Lüftungsöffnung am Kinn mittlerweile so viel Spiel hat, dass sie immer etwas klackert, wenn sie eigentlich eingerastet (also zu) sein sollte. Mit geöffneter Lüftung ist Ruhe. Außerdem musste ich früher als erwartet ein Ersatzvisier kaufen, denn die rechte der beiden Haltenasen am Visier war abgebrochen. Immerhin hielt das Visier trotzdem, nur das Hochschieben ging dann nur noch an einer Seite. Die Verarbeitung ist dem Preis entsprechend, besser als günstigere Helme aber es ginge auch noch besser. Aber immerhin ist der GS Helm weitaus weniger knarzig als der Vorgänger. Ebenfalls noch erwähnenswert: Das nie ganz aus dem Sichtfeld verschwindende „W“ bei geöffnetem Visier und das Gefühl, dass der Helm zumindest in M und L gefühlt 1,5-fach so groß ist wie vergleichbare Helme.

Von denen gibt es mittlerweile einige. Oder schon lange, wie etwa der Arai X4 Tour. Neue Dual-Sport-Helme sind zum Beispiel AGV AX9 oder der mit Koroyd-bestückte Krios Pro von Klim. Ohne andere Helme ähnlich lang genutzt zu haben, behaupte ich trotzdem dass der GS Helm eine der breitesten Einsatzmöglichkeiten bietet. Und demzufolge sein Geld absolut wert ist. Es bleibt aber natürlich auch Geschmackssache. In nächster Zeit möchte ich mir deshalb auch den genannten Arai mal (wieder) näher anschauen…