Solo Italia – Tag 13

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  • Abschnitt: Gavardo (Lombardia) – Freising
  • Strecke: 570 Kilometer
  • Fahrzeit: 10:30 – 19:00
  • Erkenntnis des Tages: Eine gute Entscheidung heute heimzufahren.

Auch in der Früh bin ich noch etwas unentschlossen, aber nach dem sehr guten Frühstück (bei dem ich mal wieder der einzige Gast bin), bin ich mir eigentlich sicher. Es bedeutet zwar Kilometer fressen aber ich kann mir nicht mehr vorstellen, nochmal einen Zwischenstopp einzulegen. Ich habe vorerst genug vom alleine reisen, alleine essen, aus der Tasche leben. Nachdem ich mein Motorrad gepackt habe, die freilaufenden Hühner Platz gemacht haben und ich jetzt sogar vom Wachhund (Typ Idefix) in Ruhe gelassen werde, steige ich auf und rolle über den Schotterweg in Richtung Autobahn, wo ich gleich tanken muss. Die Reserveleuchte geht kurz davor bei 220 km an, ein neuer Rekord (3,2 l / 100 km). Als mir aber einfällt dass die langweiligen Straßen gestern quasi Prüfstandbedingungen erfüllt haben, nicht verwunderlich.

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Die Zufahrt zum Agriturismo

Die ersten Kilometer bis Verona gehen erstaunlich schnell vorüber. Natürlich ist es fad, aber ich habe mich drauf eingestellt. In der Nähe von Trento wird es bereits merklich frischer, weshalb auch die letzten Zweifel an der Streckenwahl verfliegen. Bereits um Bozen gibt es erste Staus, die sich aber auf einmal auflösen. Ich habe kurz das Gefühl, dass die „Achtung Stau“ – Hinweise als Anweisung verstanden werden. An Brixen vorbei wird es noch schlimmer, aber ich kann mich die meiste Zeit durchschlängeln. Nur um dann wieder für fünf Kilometer freie Fahrt zu haben. Je weiter ich komme, desto mehr befürchte ich, dass das die Mautstation ist. Und tatsächlich, über 20 oder mehr Kilometer zieht sich das hin.

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Einer von 5034563 Wohnanhängern an diesem Tag

In Österreich läuft es nicht viel besser. Im dichten Verkehr helfe ich noch einer BMW-Fahrerin, die nicht nur den Tankdeckel offen hat, sie hat nichtmal den Verschluss zugemacht. An der Gummischnur baumelt er im Fahrtwind hin und her. Kurze Zeit später gibt es den nächsten Stau. Nachdem drei dicke GS Adventures an mir vorbeifahren, überlege ich auch kurz mich durchzuquetschen. Lass es dann aber doch bleiben, als ich sehe dass die anderen auch nicht so weit gekommen sind. Erst nachdem die drei Spuren zu zwei getrennten Baustellenspuren werden, geht es wieder besser. Bis zur nächsten Mautstation. Hier bezahle ich der Asfinag nochmal 9 € für die gebotene Unterhaltung. Aber ab dann entspannt sich der Verkehr und ich rolle so mit +- 100 Richtung Grenze.

Hier geht es immerhin kontinuierlich mit Schrittgeschwindigkeit voran. Ich sehe unschuldig genug aus und werde von den Bundespolizisten durchgewunken. Bei der ersten oder zweiten Ausfahrt tanke ich nochmal auf, während sich eine Rentnertruppe in der Tanke Schnitzel mit Pommes bestellt. Geil. Die letzten Kilometer werden die zähesten, als ich über die A99 auf die A92 fahre und die Ausfahrt Freising Süd nehme. Die Sonne steht rot und tief, als ich über die Isar fahre. Kaum habe ich mein Gepäck abgeladen, ist es auch schon fast dunkel. Ich koche mir nochmal Nudeln mit Pesto. Morgen früh werde ich meine Bialetti auf den Herd stellen und mich freuen, dass Italien manchmal gar nicht so weit weg ist.

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