„MOTORRAD“ im Spiegel des 20. Jahrhunderts (Teil III)

2.2 1919 bis 1933

2.2.1 Die turbulenten Zwanziger

Das Ende des Krieges ging mit einer Neuordnung Europas einher. Die Weimarer Republik stellte den ersten praktizierten Versuch dar, auf dem Boden des Deutschen Reiches eine demokratische Staatsform zu errichten. Doch schon die Geburtsstunde der Republik stand unter keinem guten Stern (Müller et al., 2004, S. 229). Märzaufstand, Münchener Räterepublik, Ruhrstreiks und die zunehmende Geldentwertung kennzeichneten die chaotischen inneren Zustände Deutschlands nach dem Krieg (Herbert, 2017, S. 189). Die Bekanntgabe der Friedensbedingungen sorgten für Empörung und Fassungslosigkeit, quer durch alle politischen Lager (Müller et al., 2004, S. 237). Die politische Szenerie radikalisierte sich rapide, der Stimmenanteil der Weimarer Koalition aus Demokraten, Zentrum und MSPD sank von 76 auf 43 Prozent, die Anteile der rechten und linken Flügelparteien nahmen hingegen dramatisch zu (Herbert, 2017, S. 198).

Aufstände und Putsche, Reparationsforderungen und Inflation spitzten sich 1923 zu einer politischen Fundamentalkrise zu. Doch während die politische Gewalt nur von einem Teil der Bevölkerung erlebt wurde, veränderte die Inflation das Leben aller Menschen (Herbert, 2017, S. 203). Erst 1924 begann eine gewisse politische Stabilität, die Reparationsfragen wurden geklärt. Auch die Wirtschaft erholte sich relativ schnell, vor allem dank amerikanischer Kredite (Müller et al., 2004, S. 251). Allerdings entstand dadurch auch ein globaler Finanzkreislauf. Die USA waren Geldgeber der europäischen Verbündeten im Krieg und finanzierten auch den Wiederaufbau (Müller et al., 2004, S. 252). Dass sich die deutsche Wirtschaft relativ schnell erholen konnte, lag aber auch daran, dass die deutschen Industrieanlagen während des Krieges nicht zerstört wurden, anders als französische oder belgische Fabriken. Ferner wurden sie durch die Rüstungsaufträge ausgedehnt und teilweise modernisiert (Herbert, 2017, S. 223).

Die traditionellen gesellschaftlichen Klassen und Geschlechterrollen waren nach dem Krieg destabilisiert. Der Adel war politisch entmachtet, der alte Mittelstand aus Einzelhändlern und Handwerkern wurde durch die Gruppe der Angestellten erweitert. 1907 noch bei 12,6 Prozent, wuchs der Anteil der Erwerbstätigen in Büroberufen 1925 auf 16,5 Prozent (Herbert, 2017, S. 234). Darüber hinaus nahm die Zahl erwerbstätiger Frauen deutlich zu, etwa jede dritte Frau ging arbeiten. Auch die Zahl der Studentinnen stieg, nachdem Frauen erst 1908 zum Studium zugelassen wurden. Haushalte begannen sich langsam zu verändern, zumindest in den bürgerlichen Haushalten und den Neubauten.

Fließendes Wasser, Elektrizität und Gasheizung wurden mehr und mehr zur Norm. Mit Staubsaugern, Bügeleisen, Waschmaschinen und Kühlschränken wurde der Haushalt technisiert, die Geräte bildeten laut Historiker Herbert (2017, S. 239) teilweise einen neuen „Horizont der Konsumwünsche“. Die Sozialpolitik schuf mit Sozialversicherung, Wohnungsbau und Ausbau der städtischen Infrastruktur verbesserte Lebens- und Arbeitsbedingungen für die ärmeren sozialen Gruppen und trug auch zur Verringerung der sozialen Unterschiede bei. Ihre wesentlichen Ziele konnten aber nur zum Teil erreicht werden (Herbert, 2017, S. 233). Um 1930 lebte nur noch ein Drittel der Bevölkerung auf dem Land, mehr als ein Viertel der Deutschen lebte in Großstädten von mehr als 100 000 Einwohnern. In Berlin verdichteten sich gesellschaftliche Entwicklungen rund um die Fabriken und Mietskasernen, dem wachsendem Verkehr und den Palästen des Konsums und der Unterhaltung. Ulrich Herbert (2017, S. 245) bezeichnet das Berlin der Zwanziger als „Bühne moderner Berufe“ wie Journalisten, Wissenschaftler, Intellektueller und weiblicher Angestellter aber auch als „Stadt der Revolution und der Gegenrevolution, der Künstler und Weltverbesserer“. Berlin stand ferner für „Amerikanisierung“, für industriewirtschaftliche Dynamik, Massenkonsum, Traditionslosigkeit, Unterhaltungsindustrie und flache soziale Hierarchien. Diese Kritik Konservativer an der Moderne war allerdings keineswegs auf Deutschland beschränkt. Sie bezog sich jedoch stets auf dieselben Themen wie Kino, Jazzbands, Frauenwahlrecht, Gewerkschaften und Geburtenregelung, moderne Kunst, Massensport oder Pazifismus (Herbert, 2017, S. 253).

Berlin, Tanztee im "Esplanade"

Die goldenen Zwanziger in Berlin, Bild: Bundesarchiv, Bild 183-K0623-0502-001 / CC-BY-SA 3.0

Aus einem Einbruch der Kurse an der New Yorker Börse am 24.10.1929 entwickelte sich schnell eine weltweit spürbare Wirtschaftskrise bis dahin unbekannter Größenordnung und Reichweite (Herbert, 2017, S. 262). In Europa wurden die Auswirkungen schnell und umfassend spürbar, insbesondere in Deutschland, das finanzwirtschaftlich wie bereits beschrieben stark mit den USA verbunden war. Es kam zu Firmenzusammenbrüchen und Massenentlassungen, die Zahl der Arbeitslosen stieg von 1,6 Millionen im September 1929 auf 4,3 Millionen im September 1931 (Müller et al., 2004 S. 252). Die sozialpolitische Vorsorge des Weimarer Staates erwies sich in der Krise als nicht ausreichend. Ferner konnte der Staat angesichts der kurzen Phase des Aufschwungs der vorherigen Jahre auf derartige Zahlen von Arbeitslosen gar nicht vorbereitet sein (Herbert, 2017, S. 265). Diese Situation bekräftigte einmal mehr die politischen Extreme und die mit der Weimarer Koalition verbundenen Hoffnungen schienen widerlegt, sowohl bei gesellschaftlichen Führungsgruppen als auch in breiten Teilen der Bevölkerung (Herbert, 2017, S. 267). Die Auswirkungen der Krise rückten seit dem Frühjahr 1930 immer mehr in den Mittelpunkt aller politischen Konzepte und Debatten und bewirkten den Aufstieg der NSDAP zur Massenpartei.

Berlin, Bankenkrach, Andrang bei der Sparkasse

Die Weltwirtschaftskrise beendete den Aufschwung Bild: Bundesarchiv, Bild 102-12023 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0

Bei den sächsischen Landtagswahlen, in Mecklenburg-Schwerin, Baden und Thüringen gewann die Partei deutlich hinzu (Herbert, 2017, S. 284). Nach Rücktritt der Regierung standen am 14.09.1930 Neuwahlen an, die NSDAP wurde mit 18,3 Prozent der Stimmen zweitstärkste Partei nach der SPD. Sie gewann über die kommenden Jahre weiter an Einfluss bis sie im Januar 1933 schließlich mit Hitler den Reichskanzler stellte (Müller et al., 2004, S. 255).

2.2.2 Motorräder der Zwanzigerjahre

Obwohl das Motorrad als Verkehrsmittel in den USA endgültig vom Automobil abgelöst wurde, gab es in Europa nach wie vor einen Markt für erschwingliche Motorräder. Ab 1920 entstanden zahlreiche Zweitakt-Leichtmotorräder. Ein deutsches Phänomen war die Überfülle an Firmen mit baldigem Scheitern, meist schon in der Inflation 1923. Im Nachkriegseuropa bot die aufstrebende Kraftfahrzeugtechnik ein neues Feld für bisherige Rüstungsbetriebe wie BMW, die im Krieg Flugmotoren herstellten oder die Firma Zündapp, die vorher Zündapparaturen fertigte, freigewordene Ingenieure, Mechaniker und Erfinder (Simsa, 1987, S. 26., vgl. auch Schneider, 2013, S. 178). Eine erste Nachkriegsstatistik von 1921 erfasste 59 242 Autos und 26 666 Motorräder. Zum 1. Januar 1926 stieg der Bestand auf 216 829 Motorräder (König, 1926, S. 177). 1931 waren es 510 840 Autos und 792 075 Motorräder (Simsa, 1987, S. 29). Seit der Eröffnung des Nürburgrings 1927 verfügte Deutschland über eine unbeschränkt nutzbare Rennstrecke (Hoffmann, 2012, S. 46).

Eröffnungsrennen auf dem Nürburgring 1927

Titelblatt der Zeitschrift Echo Continental zum Eröffnungsrennen 1927, aus Wikipedia (gemeinfrei)

Viele bedeutende Entwicklungen blieben in dieser Zeit unbelohnt. Fehlkonstruktionen konnten den Ruf kosten, weshalb sich abseits bewährter Mittelwege nur wenige Fabrikate profilieren konnten (Simsa, 1987, S. 28). Technisch lösten sich Motorräder in dieser Zeit endgültig von ihrer Verwandtschaft zum Fahrrad, Pedale fielen endgültig weg und die nach vorn „versammelte“ Sitzposition wurde zur Regel (Simsa, 1987, S. 30). Die Motorleistungen stiegen stark an, doch mit den verwindungssteiferen Rahmen nahm auch das Gewicht zu. Gleichzeitig entstand in dieser Zeit eine europäische Zuliefererindustrie für Auto- und Motorradbau. Die Motorentechnik wurde ausgefeilter und auch an die Fahrwerkstechnik wurde weiterentwickelt. Bis 1940 blieb jedoch der Starrahmen mit Trapezgabel üblich (Simsa, 1987, S. 34).

Bedeutende deutsche Hersteller waren in dieser Zeit u.a. BMW, DKW, NSU, Wanderer, Hercules, Victoria und Zündapp. Die Weltwirtschaftskrise 1929 war auch in der Zweiradindustrie deutlich spürbar, selbst etablierte Firmen mussten um ihre Existenz kämpfen (Hoffmann, 2012, S. 47).

2.2.3 „Das Motorrad“ – Neugründung in Berlin

Für diese Epoche wurden folgende Ausgaben untersucht:

  • Ausgabe 2 von 1921, ergänzend Ausgabe 6/1925, 10/1926

  • Ausgabe 52 von 1929, ergänzend Ausgabe 9, 26, 42 sowie 49/1929

  • Ausgabe 20 von 1931

Grundsätzliches und Anzeigen

1920 erscheint erstmals wieder der Titel „Das Motorrad“ in der Berliner Motor Verlagsgesellschaft m. b. H. Spätestens ab Mitte des Jahrzehnts ziert ein mehrfarbiges, gezeichnetes Titelbild die Ausgaben (Abbildung 3). Der Jahrespreis beträgt 1921 72 Mark, eine Einzelausgabe kostet 3 Mark. Diese Preise entsprechen heute etwa 29 Euro für ein Jahr bzw. 1,20 Euro pro Heft (Bundesbank, 2018). 1921 erscheint das Magazin am 1. und 15. des Monats. Die Seitenzahlen sind für den redaktionellen Anteil arabisch, für die vor- und nachgestellten Anzeigen römisch nummeriert. So ergibt sich mit Titelbild, je fünf Seiten mit Anzeigen am Heftanfang und -ende sowie 29 regulären Seiten ein Umfang von 40 Seiten. Die Anzeigen stammen ausschließlich aus der wieder aufstrebenden Motorrad- und Automobilindustrie. In vergleichbarer Aufmachung und ähnlichem Umfang erscheint „Das Motorrad“ spätestens seit 1925 im Verlag Georg König nach wie vor in Berlin. Auffällig ist der gewachsene Anteil der Fotografien und aufwendigerer Zeichnungen.

In der letzten Ausgabe 1929 trägt „Das Motorrad“ immer noch das zeitgenössische Titelbild. Die Einzelausgabe kostet 50 Pfennig, heute 1,70 Euro entsprechend, das Vierteljahresabo kostet 5 Mark, also etwa 17 Euro. Ergänzt sind die Preisangaben für Österreich und das weitere Ausland. Die 8-tägige Erscheinungsweise wurde beibehalten, eine Ausgabe lief über 48 Seiten. Sieben Seiten waren voller Anzeigen, konzentriert auf Heftanfang und -ende. Anzeigekunden gehören ausschließlich der Motorradindustrie an, so werben Hersteller wie Harley-Davidson und Triumph aber auch Bekleidungshersteller oder Anbieter von Zubehör oder Betriebsstoffen.

Zwischenzeitlich innerhalb Berlins umgezogen, erscheint das Magazin 1931 nach wie vor alle acht Tage. Preise, Umfang und grundsätzliche Gestaltung ändern sich nicht.

Redaktion und Rubriken

Die Redaktion leitet zunächst Zivilingenieur Dr. Ing. Gg. Bergmann aus Berlin.
Weitere Autoren, ebenfalls oft mit Ingenieurstitel, werden vor oder nach den Artikeln genannt. Zuschriften und Fotografien sind ausdrücklich erwünscht.
Bereits 1921 wird der ersten Seite ein Inhaltsverzeichnis beigefügt, jedoch noch ohne Seitenzahlen. Abgesehen von „Verbandsnachrichten und Wettfahrten“, „Bücherschau“, „Zeitschriftenschau“, „Aus der Industrie“, „Handelsnachrichten“ und „Patentbericht“ erscheinen die größeren Artikel nach wie vor unsortiert in der ersten Hälfte des Magazins. In Ausgaben ab 1925 liegt die Schriftleitung bei Dipl. Ingenieur P. Friedmann, in dieser Zeit enthält das Inhaltsverzeichnis auch Seitenzahlen, die erste Hälfte bleibt thematisch gemischt. Mit „Sportnachrichten“, „Patentschau“, „Industrienachrichten“ und „Handelsnachrichten“ übernimmt das Magazin vorherige Rubriken.

Auch 1929 liegt die „verantwortliche Schriftleitung“ bei Friedmann. Weitere Texte stammen von Gustav Müller oder freien Autoren. Ausgaben des neunten Jahrgangs 1929 tragen das Inhaltsverzeichnis auf der ersten Seite, in der Spalte darunter schließen sich der „Sportkalender“ sowie eine kurze Vorschau auf das nächste Heft an. Wie gehabt sind die meisten Artikel nicht sortiert, feste Rubriken wie „Öffentliche Meinung“, „Touristischer Ratgeber“, „Rechtsauskunft“, „Technischer Briefkasten“ bilden den hinteren Teil der Ausgaben. Auf den letzten Seiten folgen „Klubnachrichten“, Witze in „Das lachende Motorrad“ und Rätsel in „Das grübelnde Motorrad“ sowie der „Markt für gebrauchte Räder“.

Redaktion und inhaltliche Sortierung blieben 1931 wie bereits beschrieben.

Inhalt

Inhaltlich dominiert in der Ausgabe 2/1921 die technisch fundierte Berichterstattung über englische Motorräder, gehärtete Kurbelwellen und Leichtmetallkolben. Mit Zeichnungen und spezifischen technischen Daten ergänzt wird das Magazin erst zur Reportage über die „Deutschen Rad- und Motor-Sportwoche 1921“ für ein breiteres Publikum interessant. Im Gegensatz dazu finden die Ausgaben 1925 größeren Bezug zu Alltag und Fahrpraxis. Neben einer Frühjahrsmesse, der Deutschen Automobilausstellung sowie der Ausstellung in Mailand wird der Wetterschutz auf dem Motorrad veranschaulicht und diskutiert. Daneben stellt die Redaktion Autorecht und Steuerfragen vor und berichtet über die „Internationale ADAC-Deutschlandfahrt“. In Ausgabe 10/1926 wird der Zuwachs im Kraftradbestand auf 216 829 Fahrzeuge bejubelt, eine Steigerung um 75 Prozent zum Vorjahr (König, 1926, S. 177).

Der Jahrgang 1929 wird vor allem von rechtlichen Themen beherrscht. Dass es ein Kraftfahrzeuggesetz gibt, wird bereits in Ausgabe 9 vom Chefredakteur Friedmann (1929, S. 383) als „eine mittelalterliche und überflüssige Sache“ tituliert. Konkreter führt der damalige § 7 zur Haftpflichtversicherung zur Gründung einer eigenen Versicherungsabteilung der Zeitschrift. Auch Benzinsteuer, Rückstrahler- und Kennzeichenpflicht werden diskutiert, Führerscheinprüfung und Fahrschulzwang gar scharf kritisiert. Die einsetzende Weltwirtschaftskrise wird dagegen nicht erwähnt, auch nicht in der Bilanz des Jahres 1929. Das Heft erläutert Materialien für den Rahmenbau, zeigt eine stark bebilderte Reisereportage zu tschechischen Tropfsteinhöhlen und zieht eine Bilanz zum deutschen Motorradsport. Ein Fortsetzungsroman „Der Giganten-Club“ von Fritz Dahl steht neben einer großen Preisübersicht in- und ausländischer Motorradmodelle. Die aktuellen Zulassungszahlen werden als voller Erfolg für die deutsche Motorradindustrie gefeiert.

Zur Ausgabe 20/1931 nahm der Verlag leichte Anpassungen vor, mit denen er auf eine zuvor unternommene Leserbefragung reagierte. Gleichzeitig erinnert Schriftleiter Friedmann an den ersten Jahrgang von 1920 und seine 16 Seiten. Weiter berichtet das Heft über die mehrtägige „Ostpreußen-Fahrt“ und beendet eine in Heft 17 begonnene Aufsatzreihe über Massenausgleich bei Verbrennungsmotoren. Ein zweiseitiger Fahrbericht über die Victoria KR 50/S von Gustav Müller stellt einen der ersten Testberichte der Zeitschrift dar, inklusive technischer Daten und vier Fotos.

2.2.4 Zwischenergebnisse

Das Heft veränderte sich in den wenigen Jahren nach der Neuerscheinung stark. Zum einen illustrierten bessere und zahlreichere Fotografien die Artikel, zum anderen orientierte sich das Heft wieder stärker am Leser und weniger an gleichgesinnten Ingenieuren. Für diese Epoche können die Hypothesen wie folgt beantwortet werden:

1: Politik findet sich nur mit Bezug zum Motorrad im Heft wieder.

Diese Hypothese wurde klar bestätigt, die Gesetzgebung wurde oft thematisiert.

2: Aktuelles Zeitgeschehen ist nur vereinzelt und angedeutet erkennbar.

Diese Annahme trifft zu, denn Zeitgeschehen spielte jenseits der Motorradwelt eine untergeordnete Rolle und ist allenfalls indirekt erkennbar.

3: Gesellschaftliche Trends sind eher an Anzeigen als an den Artikeln erkennbar.

Diese Hypothese ist nur eingeschränkt überprüfbar, da die Anzeigen zum Großteil der Zweiradindustrie entsprangen.

4: Die gesellschaftliche Bedeutung des Motorrads ist direkt erkennbar.

Diese Hypothese ist zutreffend, denn Motorräder erreichten in den Zwanzigerjahren wieder breitere Bevölkerungsschichten. Reiseberichte und Service-Rubriken sprechen für eine größere Beliebtheit des Motorrads.

5: Die Ausgaben werden zunehmend weniger technisch-nüchtern, sondern eher unterhaltsam und informativ gestaltet.

Diese Hypothese konnte für den untersuchten Zeitraum bestätigt werden. Frühe Ausgaben waren sehr technisch gehalten und richteten sich vorwiegend an entsprechendes Fachpublikum. Offenbar wandelte sich das mit Wechsel der Schriftleitung, denn wenige Jahre später wurden die Ausgaben unterhaltsamer, optisch ansprechender aufgemacht und leichter verständlich geschrieben.

6: Die Auflagezahlen entsprechen dem Trend der Zulassungszahlen.

Da für diese Zeit weder belastbare Auflage- noch Zulassungszahlen existieren, konnte diese Hypothese nicht überprüft werden.

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